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Öl-ETFs und die Contango-Falle

Aktien, Trends, Prognosen – von Anton Riedl.

 · Vontobel Index-Zertifikate: Auf der Ölkurve unterwegs - und zwar strategisch - Zertifikateanalyse. Die Forward Curve Ölpreis Brent Crude zeigt die voraussichtliche Kursentwicklung für die wichtigste europ&äuml;ische Ölpreissorte. Sowohl Angebot und Nachfrage.

News und Analysen

Bei einem Ölpreis nahe Dollar pro Barell macht dies sicher manch einen hellhörig! Im Quartals-Ausblick vom 9. In ihrem World Energy Outlook vom 7. November heisst es dann aber nur noch unpräzise: Nach scheint sie also unausweichlich Und bei aller Sorge um die Versorgungsicherheit und das Klima! Stutzig macht etwa folgende Annahme für ein Szenario: Dazu wurde ein Dossier zusammengestellt.

Dies ist ein Abbild der Aufmerksamkeit, welche die Energie-Problematik inzwischen von den Medien und damit von der breite re n Masse erhalten hat. Damit gibt es nun einen Schweizer Vertreter im Netzwerk der " Association for the Study of Peak Oil and Gas ", dessen Ziel es ist neutral und sachlich über Peak Oil und die daraus entstehenden Herausforderungen zu informieren. Bewusste Panikmache zu "Peak Oil" im Kino! Der Film wurde zuerst auf Herbst angekündigt, startete dann jedoch offiziell erst am Mehr zum Film auf www.

Februar , Spiegel Online: Wo bleibt nur bei uns der Wille? Man lese den NZZ-Artikel vom Symptomatisch für die Wirtschaft dagegen ein Artikel in der "Volkswirtschaft" vom 1.

Lässt sich mit viel Geld auch Öl fördern, das gar nicht vorhanden ist? Der Autor arbeitet bei Shell Deffeyes wird in einem Interview im Tages-Anzeiger Artikel kostenpflichtig erstaunlich präzis: Eine gewagte Behauptung, die so genau wohl nie überprüfbar sein wird.

Die selbe Zeitung brachte am Juli ein Interview mit dem Ölexperten Matthew Simmons: Wo uns eine Abhängikeit vom Öl hinführen kann, macht einen dieser Artikel klar - lasst uns hoffen, dass der Irak nicht einfach nur der Anfang war!

Der Kampf gegen die Spekulanten ist aussichtslos. Sie kommt zum optimistischen Schluss, dass die maximale Ölförderung in den Jahren erreicht werden wird - wie die IEA.

Der "Zeit-Fragen"-Artikel ist ein Aufruf für ein grundsätzliches Nachdenken über die Basis für ein neues monetäres System, welches die menschliche Entwicklung unterstützt und nicht zerstört. Zitat aus diesem Vortrag: Zum einen fliesst es durch den Verkauf von Exportgütern sicherlich zurück und heizt dadurch dem immer rascher fliessenden Geldkreislauf ein.

Zum andern wird es aber auch in Staatsfonds gehordet, wo es in einer weitgehend offenen Marktwirtschaft eine zunehmende Gefahr für heimische Firmen darstellt. Die Industrieländer werden sich vermehrt durch protektionistische Massnahmen wehren.

Wie lange funktioniert auf diese Weise unser heutiges System noch? Das klare Ziel "Watt-Gesellschaft" vor Augen also ein Drittel des heutigen Konsums werden Lösungswege aufgezeigt, wie dieses erreicht werden könnte.

Energieeffizient ist zwar das wichtigste, reicht jedoch bei weitem nicht. Wie die in der Zielsetzung festgelegte Reduzierung der fossilen Energieträger auf einen Zehntel des heutigen Verbrauchs erreicht werden kann, wird leider nicht aufgezeigt.

Entsprechend seltsam wirkt da die in den Medien vermeldete Schlussfolgerung, dass auf neue Gas- oder Atomkraftwerke verzichtet werden kann Ohne Verzicht wird dies nicht gehen, vor allem längerfristig nicht.

Wir müssen Ihn nur umsetzen! An was wird man in Zukunft glauben, wenn das verfügbare Erdöl von Jahr zu Jahr abzunehmen beginnt? Die sich öffnende Lücke zwischen Erdölfördermenge und dem konventionellen Erdöl , welches Jahr für Jahr neu gefunden wird nach der Prognose von Campell - bei der Neubewertungen auf den Fund der jeweiligen Ölfelder rückdatiert wurden.

Während die Tendenz der Erdölproduktion immer noch nach oben zeigt, ist der Trend bei den Neuentdeckungen von billigem, konventionellem Erdöl seit den 60er Jahren im Sinken begriffen. Seit decken die Neufunde den Verbrauch nicht mehr, und die Menschheit "zerrt" von den zuvor entdeckten Öllagerstätten - die Reserven schrumpfen.

Das kann auf die Dauer nicht gut gehen. Als Folge davon wurde, wie in der Grafik oben sichtbar, der Trend des ungebremsten Anstiegs der Ölproduktion stark gebremst. Auf offizieller Seite steigen die Reserven nach wie vor Jahr für Jahr, da Neubewertungen nicht rückdatiert werden und vermehrt unkonventionelles Erdöl aus Kohle, Ölschiefer und -sanden, Gas etc. Dieses ist jedoch teuer, ökologisch bedenklich, der Nettoenergieertrag ist deutlich geringer, die Qualität meist schlechter und es ist nicht so rasch förderbar.

Die gestrichelte Kurve gelb im Rolloverbild zeigt den spekulativen Verlauf, der bei einem uneingeschränkten Zugang zu den konventionellen Förderquellen technisch möglich gewesen wäre Hubbert-Kurve - der Peak Oil wäre deutlich früher erreicht worden und wir befänden uns bereits auf dem absteigenden Ast der Förderkurve.

Was lernen wir daraus? Was wir heute nicht ver sch wenden bleibt späteren Generationen erhalten. Dies ist eine sog. Der Grund für die unterschiedlichen Prognosen ist weniger im unsicheren Datenmaterial, als vielmehr in der Interpretation und Gewichtung der oben erwähnten Tatsachen zu suchen.

Diesen Ermessensspielraum nützt die Öllobby verständlicherweise zu ihren Gunsten aus. Sie hat alles Interesse daran, eine sich abzeichnende, baldige Ölverknappung nicht ins Bewusstsein der Leute gelangen zu lassen. Denn dann würde bald niemand mehr ohne weiteres eine Ölheizung einbauen, oder ein Auto mit hohem Spritverbrauch kaufen - man würde sich nach Alternativen umschauen.

Die Folge wäre, dass die Abhängikeit vom Erdöl abnähme, bevor der Ölpreis als Folge einer Verknappung stark zu steigen anfangen würde! Es ist zu befürchten, dass die Öllobby mit ihrer Strategie bereits den Erfolg für sich verbuchen kann: Es könnte also durchaus so sein, dass der Zeitpunkt vorauschauend auf sparsame Technik zu setzen weitgehend vertan ist und es bald der Markt richten muss - was viel schmerzlicher sein wird!

Das ist ähnlich wie bei den billigen Tintenstrahldruckern oder Kaffeeautomaten: Besser man überlegt es sich vor dem Kauf. Zum Glück gibt es auch eine gute Seite: Lasst es uns nutzen! Eine Grafik, die zeigt, von wo das konventionelle Erdöl inkl. Es wird aufgezeigt, dass der generelle Trend bald nach unten zeigen wird - ob bereits in den nächsten Jahren oder etwas später sei dahingestellt. Lichtblicke, die den Abwärtstrend abremsen, sind Russland "dank" dem Zusammenbruch der Wirtschaft in den 90er Jahren und unkonventionelles Erdöl in der Grafik: All diese Vorkommen werden den Peak Oil nur etwas hinausschieben wohl um ca.

Das Rolloverbild zeigt, wie sich die prozentualen Anteile der verschiedenen Länder an der Weltrohölproduktion mit den Jahren verschoben haben und gemäss einer Prognose von Campell noch verschieben werden. Der Blick in die Zukunft zeigt eine wachsende Abhängikeit vor allem von den Golfstaaten auf insbesondere von Saudi Arabien und dem Irak.

Der Text unten stammt vom Die finale Ölkrise - fossile Brennstoffe, vor allem Erdöl, sind endlich und eine Verknappung ist absehbar. Wie lange haben wir noch Erdöl? Statistisch rund 40 Jahre. Ist es nicht wirklich. Die entscheidendere Frage ist: Wenn nicht gerade jetzt - der Ölpreis steigt schon Die wichtigsten Seiten , die sich mit der sich anbahnenden Ölkrise beschäftigen: Thematisiert regionale Wirtschaftsweise als Lösungsansatz.

With Oil World Map. Grün gewinnt - die letzte Ölkrise und danach pdf - vergriffenes, im März im Orell Füssli Verlag erschienes Buch, welches gratis heruntergeladen werden kann! Wann kommt die letzte Ölkrise? Am Vorabend der globalen Energiekrise!

Juli , die Campell in der Beurteilung der drohenden Verfügbarkeitseinschränkungen von Erdöl und Erdgas mit dessen Zahlen folgt.

Wikipedia-Einträge als guter Einstieg:: Karten und Tabellen der von ihr abgeschätzten Gas- und Ölreserven. Öl-Fördermengen und geschätzte Reserven von Erdölfeldern nach Ländern geordnet, ebenso wie die oft für kurzfristige Kursschwankungen verantwortlich gemachten US-Lagerbestandeszahlen.

Hilfreich auch die anklickbare Karte: Official Energy Statistics from the U. Öldorado - Die jährliche Publikation von von Exxon Mobile z. Schweizerische Gesamtenergiestatistik pdf Endverbrauch an Energieträgern von energie-schweiz. Prognosen über die Ölpreisentwicklung: Das ist Ende die Spannbreite der Voraussagen von 35 Analytikern. März , Juli , März und dem Etwas gar optimistisch, diese Wirtschaft Die Realität scheint die sicherlich gutbezahlten Analisten laufend einzuholen.

News, die letzten Meldungen aus dem Internet: Die wesentlichen Argumente, die sie für eine in den nächsten Jahrzehnten und darüber hinaus gesicherte Ölversorgung hervorbringt sind: Statistisch gesehen stimmt die Aussage fast - man kennt heute gesicherte Reserven, die den heutigen Verbrauch während gut 40 Jahren aufrecht erhalten könnten.

Das Problem ist nur: Das bedeutet, dass die Erdölförderung nicht mehr lange auf dem heutigen Niveau gehalten werden kann und schon bald spätestens in Jahren, wahrscheinlich in den nächsten Jahren zu sinken beginnt. Das stimmt, nur werden die neu gefundenen Vorkommen immer kleiner. Ein grosses Feld zu finden ist viel einfacher als ein kleines - logisch man denke an das Spiel "Schiffchen versenken" - weshalb alle grossen Felder schon lange gefunden wurden.

Das zeigt folgende Tatsache: Man findet heute eine Nadel im Heuhaufen, aber es bleibt immer noch eine kleine Nadel In den letzten 20 Jahren wurde in keinem Jahr ausser mehr Erdöl gefunden als verbraucht wurde! Sind in dieser Zeit die offiziellen Reserven ungefähr gleich geblieben, so war dies in erster Linie auf z. Auch wurden vermehrt seit langem bekannte, unkonventionelle Vorkommen dazugerechnet v.

Kanadas Ölsande im Jahr Diese sind aber definitiv nicht leicht förder-, resp. Es existieren tatsächlich riesige Reserven von sog.

Aber es gibt einige Probleme zu berücksichtigen: Der Aufwand zur Ölgewinnung ist sehr gross und die Kosten entsprechend hoch. Nimmt man die unkonventionellen Ressourcen hinzu, liegt der Höhepunkt ebenfalls bereits in Reichweite und auch bei einer Addition von Öl und Gas befindet sich der Peak irgendwo um das Jahr herum. Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen und es sieht so aus als hätten wir das Zeitalter des Erdöls bereits zur Hälfte durchschritten. Die Herkunft der Bodenschätze Abbildung 1—X: Die Dampfmaschine erfuhr ihrerseits eine radikale Weiterentwicklung, als man eine Methode ersann, mit der man den Brennstoff direkt in den Zylinder einspritzen konnte.

Als Treibstoff verwendete man zunächst aus Kohle destilliertes Benzol und später dann aus Erdöl raffiniertes Petroleum. Mit der steigenden Nachfrage nach Treibstoff stieg auch die Bedeutung der Erdölindustrie. Die Ressourcen standen nun nicht mehr dem zu, der sie sich mit Waffengewalt aneignete, sondern demjenigen, der den höchsten Preis dafür bot. Die amerikanische Form des Finanzimperiums war geboren und es brachte den siegreichen USA und den westlichen Industrienationen hohen Wohlstand ein.

Bereits warnten die Autoren des Buches Die Grenzen des Wachstums vor der drohenden Erschöpfung der fossilen Energiereserven und seit einigen Jahren ist Peak Oil auch bei globaler Betrachtung wohl tatsächlich erreicht. Clevere Spekulanten deckten sich am Markt für Futures mit Kontrakten ein, deren Volumen die tatsächliche Fördermenge um einen Faktor von 10 bis 30 überstieg, während die Ölkonzerne umfangreiche Vorräte anlegten und zusahen, wie sie immer mehr an Wert gewannen.

Gut möglich, dass der Ölpreisschock der Auslöser für die Rezession war, in die die Welt nach schlitterte und die so verheerende Konsequenzen zeitigte.

Unter dem Druck der schwierigen ökonomischen Bedingungen brachen weltweit Unruhen aus, die im Grunde genommen natürliche Ursachen hatten.

Je deutlicher den Förderländern die fortschreitende Erschöpfung ihrer Öl- und Gasvorkommen bewusst wird, umso mehr werden sie ihre Exporte begrenzen, um möglichst viel davon für den eigenen Gebrauch zu bewahren. Erdöl wird knapp wer- Aus satztechn.

Die Herkunft der Bodenschätze den auf unserem Planeten — ob durch politische Entscheidungen herbeigeführt oder weil die Ressourcen tatsächlich irgendwann zur Neige gehen. Bis Mitte des Jahrhunderts wird die globale Erdölförderung voraussehbar auf ein Niveau absinken, bei dem es sich bestenfalls die Hälfte der Weltbevölkerung wird leisten können, ihren derzeitigen Lebensstil fortzuführen. Demnach würden sich sowohl Erdöl importierende als auch exportierende Nationen verpflichten, ihren Konsum und ihre Produktion zu minimieren.

Unsere Städte ersticken im Verkehr, die Geschäfte quellen über vor überflüssigen Konsumgütern, Lebensmittel werden über den gesamten Erdball transportiert. Energie ist zu billig, eine Besteuerung von Flugbenzin wäre ein Anfang. Verfahren zur Gewinnung von Energie aus Gezeiten-, Wellen-, Wasser-, Wind- und Sonnenkraft sowie aus geothermalen Quellen sind längst entwickelt und erprobt. Kommunen und Regionen müssen stärker lokal ausgerichtet werden, Lebensmittel sollten aus der Region kommen, Lokal- oder Regionalwährungen eingeführt werden.

Die Menschheit muss — und das ist unerlässlich — sich der fundamentalen Natur der Ressourcenerschöpfung bewusst werden und sich den Herausforderungen stellen. Colin Campbell ist einer der renommiertesten Erdölexperten unserer Zeit. Er arbeitete lange Jahre als Geologe in der Erdölindustrie. Normalerweise ist es das Schicksal toter Organismen, in die Biosphäre zurückgeführt zu werden. Sie werden oxidiert durch Stoffwechselprozesse, die die Verbindungen lebender Gewebe zu Wasser und Kohlendioxid abbauen.

Der Prozess läuft jedoch nicht immer vollständig ab, vor allem dann nicht, wenn Sauerstoff nicht in genügenden Mengen vorhanden ist. Verschiedene Zerfallsstadien und unterschiedliche chemische Milieus können in diesem Prozess zu unterschiedlichen Verbindungen führen. Da Kerogen sich über lange Perioden in der Kruste ansammelt, ist es mit der Zeit ein häufiges Mineral geworden. Wenn diese drei Typen Namen erhalten, dann macht das die Sache auch nicht viel klarer, denn man benennt sie jeweils als Kerogen vom Typ Liptinit, Exinit und Vitrinit.

Auf jeden Fall haben die verschiedenen Gaias Gaben: Die Herkunft der Bodenschätze 55 Formen von Kerogen unterschiedliche Eigenschaften und erzeugen mit der Zeit unterschiedliche Arten von Kohlenwasserstoffen, die wir als fossile Brennstoffe heute nutzen. Es erzeugt vor allem Öl und Gas. Es erzeugt vornehmlich Kohle. Typ-II-Kerogen liegt irgendwo dazwischen44, es kommt aus dem Plankton und erzeugt vielleicht auch Petroleum. In der Periode, die passenderweise Karbon genannt wird — sie begann vor etwa Millionen Jahren und dauerte rund 60 Millionen Jahre —, bildete sich Kohle in riesigen Mengen.

Wohl deshalb, weil es im Karbon keine Mikroorganismen gab, die Lignin abbauen konnten Die Kohle, die wir heute gewinnen und verbrennen, ist also das Ergebnis einer ganz speziellen Periode der Erdgeschichte. Im Laufe langer Zeiträume verwandelt sich dieses Kerogen in Petroleum, eine flüssige Mischung von langkettigen Kohlenwasserstoffen.

Der Abbau kann sich fortsetzen bis zur einfachsten denkbaren Verbindung, bis zu Methan, oder CH4, was die wichtigste Komponente von Erdgas darstellt. Die Ausstattung der Erde mit fossilen Kohlenwasserstoffen geht auf besondere Bedingungen zurück, die es so nur in ganz speziellen Perioden der fernen Vergangenheit gab. Dies wird bei Erdöl besonders deutlich. Wir wissen nicht genau, warum gerade diese Perioden so günstig für die Öl- und Gasformation gewesen sind.

Nicht alles Erdöl, das es heute gibt, hat sich während dieser beiden Perioden gebildet. Einige Erdöllagerstätten sind viel älter als diejenigen aus dem Mesozoikum, manche stammen sogar aus der Zeit vor dem Phanerozoikum.

Es gibt auch vergleichsweise junge Erdöllagerstätten, die auf das Känozoikum zurückgehen. Das ist ein sehr einprägsames Bild, mehr aber auch nicht. Eine besondere Eigenschaft von Petroleum und Erdgas besteht darin, dass beide Fluide sind, gasförmig oder flüssig. Da sie auch weniger dicht sind als das durchschnittliche Krustenmaterial, tendieren sie dazu, sich infolge von hydrostatischem Druck nach oben zu bewegen.

Wenn das Gestein, das Öl und Gas enthält, genügend porös ist, kann Öl an die Oberfläche wandern, wo es Lachen bildet, die von Bakterien langsam zersetzt werden und zu Kohlendioxid oxidieren.

Damit die Fluide dort bleiben und nicht an die Oberfläche dringen, muss eine Versiegelung vorhanden sein, die normalerweise in einem passend geformten undurchlässigen Gestein besteht, das Erdöl und Erdgas innerhalb des Reservoirs gefangen hält. Es gibt noch andere Formen geologischer Fallen; diese zu finden ist die Aufgabe des Prospektors.

Beim Öl Gaias Gaben: Die meistgenannten unkonventionellen Ölressourcen sind jedoch Ölschiefer und Teersand. Ölschiefer, ist überwiegend in sedimentäres Gestein eingeschlossenes Kerogen. Es ist eine brennbare Substanz, die sich in flüssiges Öl umwandeln lässt.

Der Prozess ist allerdings kompliziert und teuer. Beim anderen Fall, dem Teersand, ist es genau umgekehrt. Hier handelt es sich um Öl, das für lange Zeiträume der Atmosphäre ausgesetzt und in hochviskoses Bitumen abgebaut worden ist.

Teersand ist ein Festkörper, der zu flüssigem Öl aufbereitet und umgewandelt werden kann; ebenfalls ein kostspieliges Unterfangen. Auch dies ist ein teurer und komplizierter Prozess, der dazu noch, wie sich herausgestellt hat, die Umwelt schädigt. Jahrhundert, in den Anfängen der Petroleumgeologie, wusste man nichts über die Entstehung des Öls, und stellte die These auf, es könnte anorganischen Ursprungs sein. Im Lauf der Zeit allerdings sind die Belege für einen biologischen Ursprung des Petroleums derart umfangreich geworden, dass diese These von praktisch allen, die in diesem Bereich arbeiten, akzeptiert wird.

Sie findet gelegentlich Eingang in wissenschaftliche Zeitschriften und wird dann Teil wissenschaftlicher Debatten. Normalerweise wird sie aber über das Internet verbreitet und dient als ein Argument gegen die Vorstellung, die Vorräte an fossilen Kohlenwasserstoffen seien endlich. Würden wir dieses gigantische Reservoir anzapfen, so wird oft behauptet, würde uns das Öl niemals ausgehen, und wir hätten diesen Schritt bislang nur deshalb noch nicht gemacht, weil es eine Verschwörung von Seiten der Ölgesellschaften gebe, den Benzinpreis hoch zu halten.

Dummerweise — aus Sicht der Befürworter — ist die abiotische Theorie überhaupt nicht in der Lage, bestimmte zentrale Eigenschaften von Erdöl 58 Kapitel 1 und Erdgas zu erklären, insbesondere nicht ihre isotopische Zusammensetzung, die ganz eindeutig auf einen organischen Ursprung hinweist Alles unterirdisch vorhandene Öl wird durch hydrostatische Kräfte unaufhörlich Richtung Oberfläche gedrückt. Hätte sich dieses Öl, wie die Vertreter der abiotischen Theorie behaupten, tatsächlich vor Milliarden von Jahren gebildet, hätte es durch vulkanische Eruptionen an den Kontinentalrändern und mittelozeanischen Rücken seinen Weg zur Oberfläche gefunden.

Dort angelangt, wäre es schon vor langer Zeit durch bakterielle Prozesse oxidiert und in CO2 umgewandelt worden. Dann könnte es keinen freien Sauerstoff geben, die Revolution des Proterozoikums hätte niemals stattgefunden und die Erde würde so aussehen wie Titan, der Mond des Saturns. Gaias Tod Wir haben gesehen, dass die Anreicherung von Bodenschätzen in der Erdkruste das Ergebnis einer Entwicklung ist, die vor Jahrmilliarden begonnen hat, als die Erde geologisch aktiver war als heute.

Der Prozess ist nach wie vor im Gange, wenn auch langsamer als in früheren Zeitaltern. Bodenschätze kann es nur als Folge des Wirkens geologischer Kräfte geben, die über diesen ganzen Zeitraum hin aktiv waren, und die die Mineralien in einer Art und Weise konzentriert haben, die nachzuahmen für uns viel zu kostspielig wäre. Sie sind dem Menschen allerdings nur ein einziges Mal geschenkt worden, und wenn wir sie irgendwann gänzlich geplündert haben, wird die Erdgöttin kein zweites Mal so freundlich zu uns sein.

Die Phase des vom Menschen betriebenen Bergbaus ist eine eindrucksvolle, jedoch sehr kurze Episode in der geologischen Geschichte des Planeten. Absatzumbruch eingefügt aus satztechn. Die Herkunft der Bodenschätze 59 Ganz gleich wie lange Menschen noch die Erde bewohnen, die Entstehung neuer Ablagerungen und neuer Erze wird sich in der gleichen Langsamkeit vollziehen, wie das in den letzten Jahrmilliarden ihre Art war.

Langsam werden sich die meisten der von den Menschen abgebauten und verstreuten Mineralien auf dem Grund der Ozeane ablagern. Diese Sedimente werden eine mit Metallen angereicherte Schicht bilden ähnlich der mit Iridium angereicherten geologischen Schicht. Sie bildete sich höchstwahrscheinlich aus den Trümmern eines gigantischen Asteroiden, der vor 65 Millionen Jahren auf der Erde einschlug und parallel ein Massensterben verursachte, das die Dinosaurier auslöscht.

Wenn es in zig Millionen Jahren Geologen auf der Erde geben sollte, dann kann es sehr wohl sein, dass sie eine Metallschicht entdecken, die mit dem heutigen Massensterben korrespondiert, und dass sie sich den Kopf darüber zerbrechen, wie diese Schicht entstanden sein könnte.

Sie werden keinen Beleg für einen Zusammenhang mit einem Asteroideneinschlag finden. Nicht alle Metalle jedoch, die wir abgebaut und über unseren Planeten verstreut haben, werden in einer Sedimentschicht begraben bleiben. Sollte es in derart ferner Zukunft intelligente Wesen geben, könnten diese wieder anfangen, in der Erdkruste Bergbau zu betreiben und eine neue Zivilisation zu erschaffen. Nicht alle Mineralvorkommen werden jedoch neu gebildet.

Ein Beispiel sind die Diamanten, die wohl nie wieder aus den geologischen Kräften dieses Planeten entstehen werden. Einige Ablagerungen werden sich auch deswegen nicht mehr bilden, weil sie das Ergebnis biologischer Bedingungen sind, die es nur in grauer Vorzeit gegeben hat. Das gilt für die Kohle, die sich vielleicht nur deshalb gebildet hat, weil keine Mikroorganismen zur Verarbeitung von Lignin vorhanden waren. Da Kohle den Brennstoff für die industrielle Revolution des Menschen lieferte, wird es auf unserem Planeten wohl nie wieder eine solche Revolution geben.

In der fernen Zukunft wird das Erdsystem noch mehr irreversiblen Wandel erleben. In ein paar Jahrmillionen sind die konvektiven Bewegungen des Mantels vermutlich noch aktiv und halten den Tanz der Kontinente in Gang. Die Rückkopplungsmechanismen im Kern des Systems Gaia sind in der Lage, die Temperatur der Erde so kühl zu halten, dass Wasser auf der Oberfläche flüssig bleibt, doch wird diese Fähigkeit unter Druck geraten.

Aber beim Absenken dieser Konzentration gibt es auch eine Grenze. Wenn sie unter einen bestimmten Wert fällt, kann die Photosynthese nicht mehr aufrechterhalten werden. Und ohne Photosynthese kann Leben, wie wir es kennen, nicht existieren. Alles Leben wird ausgelöscht. Die Ereignisse in einer derart fernen Zukunft berühren uns nicht allzu sehr. Wir können uns aber das Ende dieser Entwicklung vorstellen, weil wir die Mechanismen verstehen, die das Ökosystem Erde, wie wir es heute kennen, geschaffen haben.

Dies hat uns zu der Einsicht gebracht, dass das Ökosystem fragil ist. Wir wissen, es könnte noch einige hundert Millionen Jahre weiter existieren, können das aber nicht mit Sicherheit sagen; irgendwann am Ende, das wissen wir, muss es sterben. Gaia wird alt und die ihr verbleibende Lebensspanne könnte viel kürzer sein, als wir in der Theorie auszurechnen vermögen.

Beim Mineralabbau geht es also nicht einfach nur um die Frage, wie lange wir den Planet noch plündern können, sondern ob der Planet — und sein Ökosystem — die Wunden überleben kann, die wir ihm zufügen. Kapitel 2 Der geplünderte Planet: Denn im Grunde sind alle Lebewesen auf der Erde Bergarbeiter oder Minenarbeiter — weil sie nämlich allesamt Mineralien brauchen. Wie man festgestellt hat, braucht ein jedes Lebewesen für seine Körperstruktur und seinen Stoffwechsel mindestens 16 chemische Elemente Genau genommen sind es wohl noch mehr.

Auf jeden Fall entnehmen Lebewesen unaufhörlich Mineralien aus ihrer Umgebung und tauschen sie aus. Die aufgenommenen Elemente stammen im Wesentlichen aus der Atmosphäre und kehren wieder in die Atmosphäre zurück.

Zumindest trifft dies für die vier Grundelemente zu, auf denen das Leben aufbaut: Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff. Diese Elemente kommen normalerweise nicht in gasförmigem Zustand vor und müssen deshalb als in Wasser gelöste Ionen, welche ihrerseits aus der Erdkruste kommen, aufgenommen werden.

Diese Lebewesen konnten sich alle notwendigen Elemente in Form von in Wasser gelösten Ionen beschaffen. Landpflanzen tauchten erst in der Zeit des Devon auf, vor rund Millionen Jahren. Sie beschränkten ihre Aktivitäten auf die höchstens einige Meter dicke Schicht fruchtbaren Bodens, wo sie in Wasser gelöste Mineralien absorbieren konnten.

Die Landpflanzen waren aber immer sehr effiziente Bergarbeiter. Und doch hat sich die Biosphärenaktivität auf den Kontinenten im Schnitt nicht gravierend verändert. Die ganze Zeit holten sich die Landpflanzen Mineralien aus dem Boden, und die Tiere holten sich ihrerseits Mineralien aus den Pflanzen. Heute allerdings hat sich etwas verändert.

Während der letzten paar Millionen Jahre geschah es, dass eine Spezies, die dem Königreich der Tiere angehörte, anfing, etwas zu tun, was kein Tier jemals zuvor getan hatte: Die Rede ist von einer Spezies, die den Boden aufgräbt, aufbohrt, ihn zertrümmert, abbaut und dann zu den Mineralstoffen verarbeitet, die sie braucht.

Es geht um ein Volk von Bergleuten. Es geht um den Menschen. Seit den bescheidenen Anfängen hat sich das Verarbeitungsvolumen enorm gesteigert. Er verwendet alle 88 Elemente, die es in der Erdkruste gibt, sogar die instabilen. Bevor der Mensch sich daran machte, sie zu erschaffen, kamen instabile Elemente auf der Erde in messbaren Mengen gar nicht vor.

Er gräbt in einer Tiefe, die für Pflanzenwurzeln undenkbar wäre. Wenn der Mensch Bergbau betreibt, dann macht er nicht einfach nur Löcher in den Boden, er verändert auch die Struktur und die Zusammensetzung der Erdoberfläche und der Atmosphäre. Bestehende Berge werden Der geplünderte Planet: Elemente und Verbindungen, die Hunderte von Millionen, ja Milliarden von Jahren in der Tiefe der Erdkruste vergraben waren, werden hervorgeholt und überall auf der Oberfläche verstreut.

Die Zusammensetzung der Atmosphäre ändert sich durch die zunehmende Konzentration von Treibhausgasen, insbesondere CO2, die aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entstehen. Der Mensch ist dabei, die Erde in einen anderen Planeten zu verwandeln. Das ist eine lange Geschichte, die von Anfang an erzählt werden muss.

Es braucht viele tausend Jahre, bis aus Stein Erde wird, und nochmals viele hundert Jahre, bis sich darin fruchtbare organische Materie aufbaut. Aus der Sicht des Menschen handelt es sich beim Boden also um eine nicht erneuerbare Ressource. Umso dramatischer ist es, dass wir der Ressource Boden und ihrem dramatischen Schwinden kaum Beachtung schenken.

Böden sind, wie die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, in einem Bericht betonte, nicht nur hoch komplexe und extrem artenreiche ÖkosystemeI; für das Überleben zahlreicher Arten stellen sie die wichtigste Ressource dar. Wer das Land weise nutzen will, muss die Böden verstehen. Der Verlust der fruchtbaren Erdkrume ist für den Zusammenbruch zahlreicher antiker Hochkulturen verantwortlich; umgekehrt korrelierte ihr Aufstieg mit einer hohen landwirtschaftlichen Produktivität, die wiederum auf der Existenz fruchtbarer Böden basierte.

Häufig war es ein unzureichendes Bodenmanagement, das einen Rückgang der 66 Kapitel 2 landwirtschaftlichen Produktivität auslöste und in der Folge auch den Niedergang der jeweiligen Zivilisation — zum Teil bis hin zu ihrem völligen Verschwinden. Andere Stoffe werden von Pflanzen in mineralischer Form direkt oder indirekt aus dem Boden — beziehungsweise dort, wo ihre Konzentration nicht ausreichend ist, aus künstlich zugeführtem Dünger — aufgenommen. Der Bedarf an Kalzium, Magnesium und Schwefel ist zwar deutlich geringer, dennoch spielen sie eine unverzichtbare Rolle für das Überleben und das Wachstum von Pflanzen, insbesondere von Feldfrüchten.

Alle diese Elemente finden sich nur in sehr geringen Mengen in den Böden und Pflanzen. Ein Mangel an einem oder an mehreren Mikronährstoffen kann das Wachstum, die Erträge und die Qualität von Feldfrüchten massiv beeinträchtigen. Manche Böden enthalten zu wenig von diesen Nährstoffen, um ein rasches Pflanzenwachstum und gute Erträge ermöglichen zu können. VI Einige Nährstoffe sind zwar oftmals in ausreichender Menge im Boden vorhanden; sie können jedoch wie Phosphor oder Kalium stark an die Bodenmatrix gebunden werden und sind daher nur eingeschränkt pflanzenverfügbar.

Grundsätzlich ist das Vermögen der Böden, Stoffe reversibel im Boden zu speichern zum Beispiel durch Adsorption von Ionen jedoch positiv zu bewerten, da hierdurch Auswaschungsverluste vermieden werden.

Die derzeitige Zunahme der atmosphärischen Kohlendioxid-Konzentration infolge industrieller Aktivitäten ist daher für die Landwirtschaft nur bedingt von Vorteil: Im Zuge der globalen Erwärmung läuft die mikrobielle Zersetzung schneller abIX; dies führt zu beschleunigtem Humusabbau und zum Verlust organisch gebundener Bodeninhaltsstoffe wie etwa Stickstoff und Phosphor. Doch so sehr sich Böden auch ändern, über den Verlauf eines Menschenlebens bleiben die einzelnen Bodenschichten für gewöhnlich stabil, es sei denn sie werden vom Menschen bewegt, abgetragen oder umgepflügt.

Die Bodenfruchtbarkeit ist ein komplexer Prozess, bei dem unablässig Nährstoffe zwischen organischen und nichtorganischen Zuständen zirkulieren. Im Zuge der Zersetzung von pflanzlichem und tierischem Material werden Nährstoffe freigesetzt; die meisten dieser Umwandlungsprozesse werden durch die im Boden lebenden Mikroorganismen gefördert oder überhaupt erst ermöglicht.

Für den Stickstoffkreislauf sind auch abiotische Prozesse wichtig: Unter anaeroben Bedingungen wie beispielsweise nach Überschwemmungen kann Stickstoff in Gegenwart Nitratabbauender Bakterien jedoch wieder aus dem Boden entweichen Denitrifikation. Land Grabbing , nimmt die Konkurrenz um fruchtbaren Boden und verfügbares Wasser zu.

Die Folge sind geringere landwirtschaftliche Erträge bis hin zu kompletten Ernteausfällen vor allem bei anspruchsvollen Nutzpflanzen, die sehr empfindlich auf Nährstoffverarmung reagieren.

Intensive landwirtschaftliche Nutzung und ein unangemessenes Bodenmanagement kann zur Verschlechterung der Bodenqualität führen. Mit ihren von Natur aus ohnehin nährstoffarmen Böden sind vor allem die Tropen sehr stark von Bodendegradation betroffen.

Ein exzessiver Feldbau, der die Bodenstruktur schädigt, die unzureichende Nachlieferung von Nährstoffen oder die Bodenversalzung sind hier als wichtige Prozesse zu nennen. An vielen Orten haben die zunehmende Bevölkerungsdichte, der massive industrielle Holzeinschlag, der Brandrodungs-Feldbau, die expandierende Viehhaltung und weitere Faktoren zu einer starken Übernutzung geführt und die natürliche Fruchtbarkeit der Böden schnell und überaus drastisch reudziert. XII Alljährlich gehen nicht nur viele Milliarden Tonnen Boden verloren; die zur Verfügung stehenden Daten machen darüber hinaus deutlich, dass sich die Rate des Bodenverlustes beschleunigt.

Erosion ist damit die schwerwiegendste Form der Bodendegradation. Bei der Erosion wird der fruchtbare Boden durch Wasser und Wind abgetragen, im schlimmsten Fall bis auf den nackten Fels. Einige der Länder mit dem stärksten Bevölkerungswachstum gehören zugleich auch zu den Ländern, die am wenigsten mit Land- und Wasserressourcen gesegnet sind — und in denen der Druck auf diese Ressourcen dramatisch zunimmt, etwa durch eine starke Urbanisierung.

Es ist eine geradezu fatale Entwicklung zu konstatieren: So sind in den letzten 15 Jahren allein in Italien rund 3,6 Millionen Hektar oder Klimawandel, die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden, die zunehmende Wasserknappheit oder die Erschöpfung der mineralischen Ressourcen — sie alle stehen in der Rangfolge ganz weit oben. Doch der fortschreitende Verlust an urbarem Land und die schwindende Bodenqualität sind nicht weniger schwerwiegend.

Das Earth Policy Institute schrieb dazu: Für den Anbau von Feldfrüchten sind insgesamt nur rund 1,4 Milliarden Hektar geeignet — der fehlende Rest ist entweder zu feucht oder zu trocken, zu steinig oder die Erdkrume ist zu dünn. Darüber hinaus weisen manche Böden toxische Eigenschaften auf, anderen fehlt es an den für Pflanzenwachstum erforderlichen Nährstoffen und ein Teil des Landes ist dauerhaft gefroren.

Wege aus der Bodenkrise Wie können wir diesen gewaltigen Herausforderungen begegnen? Unglücklicherweise gibt es für komplexe Probleme keine einfachen Lösungen.

Die Produktivität des Landes wird durch einige grundlegende Faktoren wie zum Beispiel den Wirkungsgrad der natürlichen Fotosynthese beschränkt — Faktoren, die der Mensch nicht beeinflussen kann, nicht einmal mit Hilfe hoch entwickelter GVOs Gentechnisch veränderter Organismen.

Wollen wir den Niedergang der Landwirtschaft aufhalten, benötigen wir also einen neuen Ansatz. Dieser Ansatz setzt auf all das, was die Natur für das Pflanzenwachstum zur Verfügung stellt: Derzeit treffen vier negative Trends zeitlich zusammen: Wir müssen uns bewusst machen, dass wir im Hinblick auf praktisch alle natürlichen Ressourcen nach wie vor weit über unsere Verhältnisse leben. So gesehen droht uns vielleicht ein ähnliches Schicksal, welches in der Vergangenheit schon so viele Zivilisation ereilte.

Sobald die landwirtschaftliche Produktivität zurückging, versuchten die Menschen diesen Rückgang zu kompensieren, indem sie neue Flächen erschlossen oder die Nutzungsintensität auf bereits genutzten Flächen erhöhten. Aber genau dies führte zu beschleunigtem Bodenverlust und dürfte ein wichtiger Grund für den Zusammenbruch ganzer Zivilisationen gewesen sein. Und auch uns könnte, so wir es nicht schaffen, den dringend gebotenen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft zu vollziehen, dasselbe Schicksal drohen.

Er studierte Agrarwissenschaften in Florenz und promovierte zu einem Thema über die Ökonomie nachhaltiger ländlicher Entwicklung. Die Entstehung des Bergbaus Der Mensch ist nicht als Bergarbeiter geboren; zumindest dann nicht, wenn man unter Bergbau das unterirdische Graben nach Bodenschätzen versteht. Seit Beginn seiner Existenz hat er aber Mineralien verwendet, die er vom Boden aufsammelte.

Natürlich kann man die Arbeit unserer entfernten Vorfahren nicht als Bergbau bezeichnen. Die Steine, die sie verwendeten, wurden nicht aus Bergwerken gegraben, sondern einfach vom Boden aufgelesen. Trotzdem war die Steinzeit eine Epoche, in der die Lebensweise der Menschen auf der Verfügbarkeit von Mineralien gegründet war. Zur Herstellung grob behauener Waffen eignete sich neben dem Feuerstein auch das vulkanische Gesteinsglas Obsidian. Erst in vergleichsweise junger Vergangenheit begann man unterschiedliche Steine zur Herstellung von Werkzeugen zu benutzen, unter anderem Jadeit, dessen Verwendung die letzten Stadien der Steinzeit einläutete.

In den frühen Zeiten des menschlichen Mineralabbaus wurden Steine auch noch zu anderen Zwecken eingesetzt. Bei manchen Steinen fand man heraus, dass sie Funken erzeugten, wenn man sie gegen hartes Gestein schlug. Dabei handelte es sich vor allem um Formen von Pyrit Eisensulfit. Ocker wurde für Kosmetik verwendet, zur Körperbemalung, möglicherweise als Medizin und mit Sicherheit zur Bemalung der Höhlenwände mit den Jagdbildern, die wir noch heute bewundern. Es war sicher nicht allzu schwer für sie zu begreifen, dass unter der Erde noch mehr Steine der richtigen Sorte lagen, aber wie war an diese heranzukommen?

Die Steinzeitmenschen hatten keine Werkzeuge, mit denen sie wesentlich tiefer graben konnten als die Wurzeln der Pflanzen reichten. Sie fanden jedoch bald heraus, dass bestimmte Arten von Kalkstein sogar mit einfachen Werkzeugen wie etwa dem Horn eines Hirsches aufgebrochen werden können. Die meisten dieser Minen wurden vor etwa Diese uralten Bergwerke ähneln ihren modernen Pendants: Bei ihrer Erkundung trafen Archäologen auf Tunneldecken, die immer noch schwarz waren von den Öllampen, die die Bergarbeiter mit sich führten und sie entdeckten Hirschgeweihe, die als Grabwerkzeuge benutzt wurden.

Sie tauchen am Übergang vom Paläolithikum zum Neolithikum auf, in einer Periode intensiver technischer Entwicklung und raschen Bevölkerungswachstums. Wahrscheinlich war die Eisenverarbeitung das erste chemische Verfahren überhaupt, das von Menschen angewandt wurde.

Gold ist eines der ersten Metalle, das die Menschen jemals zu ihrem eigenen Gebrauch bestimmten. Einigen Quellen54 zufolge war vielleicht Kupfer das erste Metall, das als solches von den Menschen genutzt wurde. Schon im Jahr vor unserer Zeitrechnung wurde es im Gebiet des heutigen Iran verwendet. Was die zeitliche Abfolge bei Gebrauch und Entdeckung von Metallen im Altertum betrifft, so gibt es dazu unterschiedliche Hypothesen Fest steht auf jeden Fall, dass man damals insgesamt sieben Metalle kannte und verwendete: Unsere Vorfahren hatte gelegentlich vielleicht auch mehr als diese sieben Metalle im Einsatz.

Insbesondere war dem Eisen der Frühzeit oft Nickel beigemischt, das die Schmiede der damaligen Zeit aber nie als gesondertes Material wahrnahmen. Man verwendete im Altertum auch Zink, vor allem in Kupferlegierungen, verwechselte es aber oft mit Zinn. Auch Arsen wird als Bestandteil von Kupferlegierungen nachgewiesen, doch ist es unwahrscheinlich, dass es zu jener Zeit in seiner elementaren Form bekannt war.

Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung mit Chrom überzogen. Das ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich, zumindest wenn wir Chrom in Metallform meinen. Ein Chromüberzug verlangt eine ausgefeilte Galvanisierungstechnik und man kann sich eigentlich kaum vorstellen, dass solche Methoden damals zur Verfügung standen.

Um auf die sieben Metalle des Altertums zurückzukommen, so war Gold wahrscheinlich das erste Metall, das man abbaute und nutzte. Man brauchte nichts weiter als ein spezielles Auge für diejenigen Bereiche eines Flusses, wo sich die Goldnuggets am ehesten ansammelten. Für die Goldwäsche war lediglich eine flache Pfanne erforderlich, in der sich durch geeignete Bewegungen das Gold am Boden sammelte, während das Wasser mit den Sedimenten abgeschüttet wurde.

Sie ist aus dünnem Goldblech gefertigt und stammt möglicherweise aus dem Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Was ihre Authentizität betrifft, so sind gewisse Zweifel aufgekommen Sie ist aber nicht das einzige Artefakt dieser Art, das Schliemann gefunden hat. Die Maske — wie auch andere Fundstücke — gibt uns eine Vorstellung von der Meisterschaft, die man im Altertum bei der Goldverarbeitung erworben hatte. Zugleich schenkt sie uns auch eines der ältesten jemals gefundenen realistischen Porträts.

Ist das Gold erst einmal in Form von Nuggets gewonnen, lässt es sich ganz einfach durch Hämmern zu Drähten und Blechen formen. Für die Verschmelzung kleiner Nuggets ist jedoch eine Verarbeitung bei hoher Temperatur erforderlich.

Da der Schmelzpunkt von Gold etwas über 1. Mit Hilfe dieser technischen Entwicklungen http: Normalerweise trat das Gold zusammen mit Silber in den gleichen Flussablagerungen auf. Im Altertum war es nicht möglich oder vielleicht auch gar nicht angestrebt, Silber von Gold zu trennen. Kupfer in metallischer Form tauchte etwa um die gleiche Zeit wie Gold auf, vielleicht auch etwas später.

Gediegenes Kupfer kann man gelegentlich in Flussablagerungen finden. Wahrscheinlich hat der Mensch Kupfer zunächst in elementarer Form verwendet. Diese Technik ist vergleichbar mit dem erst viel später entwickelten Schmieden von Eisen. Er lebte etwa um vor unserer Zeitrechnung.

Die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Kupfer erzeugten eine hohe Nachfrage. Elementares Kupfer war erheblich seltener als Gold und bald reichten die Vorräte nicht mehr aus. Es mussten neue Bezugsquellen gefunden werden. Das war eine der ersten anorganischen chemischen Reaktionen, derer sich die Menschheit bediente. Reines Kupfer war aber nur eine Etappe auf dem weiteren Weg. Wo aber konnte man das für die Bronzeherstellung benötigte Zinn finden?

Zinn kam viel seltener vor als alle anderen http: Dargestellt ist eine Frau, die sich im Spiegel betrachtet und ihr Haar kämmt. Der Spiegel war höchstwahrscheinlich aus Bronze, in einer zinnreichen Legierung, die später unter der Bezeichnung Spiegelmetall bekannt wurde. Bald wurden Zinnvorkommen in Cornwall in England bekannt und die Gegend entwickelte sich zu einem wichtigen Anbieter für ganz Europa.

Auch in der Bretagne und in Nordwestspanien konnte man Zinn gewinnen. Bronze wurde für die unterschiedlichsten Dinge verwendet, wie etwa für Metallrasiermesser, die die ältere Generation der nie wirklich tauglichen Obsidianklingen ablöste.

Zum ersten Mal in der Geschichte konnten sich die Männer entspannt rasieren! Bronze fand auch in einer neuen technischen Errungenschaft Anwendung: Die Idee war nicht neu.

Wie uns die antike Sage des Narziss erzählt, hatten die Menschen schon lange vorher ihr Spiegelbild in Flüssen und Bächen betrachtet. Im Neolithikum konnte man tragbare Spiegel aus Obsidian und poliertem Stein herstellen, aber erst mit dem Aufkommen von Kupfer und Bronze gelangten die Menschen in den Besitz von Spiegeln, die sich von den heutigen gar nicht so sehr unterscheiden.

Letztere halten Schwerter in der Hand, die vermutlich aus Bronze gefertigt sind. Jahrtausende lang war das sogenannte Spiegelmetall in Gebrauch, in Europa bis ins Der Sage nach soll er dazu gedient haben, die Sonnengöttin Amaterasu aus der Höhle, in der sie Zuflucht gesucht hatte, herauszulocken und damit der Welt das Sonnenlicht zurückzubringen. Ein Spiegel inspirierte den heiligen Paulus zu der berühmten Zeile 1. Das sogenannte Wachsausschmelzverfahren zur Herstellung von Bronzeobjekten war in der Mittelmeerregion bereits im 3.

Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung bekannt, in Asien noch früher. Während der klassischen Antike wurde Bronze selten für Waffen verwendet, da es durch gehärtetes Eisen ersetzt wurde. Bronze war Der geplünderte Planet: Viele dieser antiken Kunstwerke haben sich weitgehend unversehrt bis in unsere Zeit erhalten. Man konnte Bronze auch für erheblich aggressivere Zwecke verwenden als für Rasiermesser, Spiegel und Statuen.

Richtige Schwerter kamen aber erst mit der Bronze, im 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Sie sind mit spitzen Bronzeschwertern bewaffnet und mit Schilden und gehörnten Helmen ausgerüstet. Und dann gab es das Blei.

Den Quellen zufolge wurde es erstmals in Anatolien abgebaut und geschmolzen in den frühen Zeiten menschlicher Zivilisation. Wegen seiner weichen Beschaffenheit taugte Blei nicht für gute Klingen, aber der menschliche Erfindergeist fand trotzdem Mittel und Wege, es für Kriegszwecke zu gebrauchen. Bleigewichte verliehen den Speeren eine tödlichere Kraft und die Schleuderer der Frühzeit verwendeten Bleigeschosse, die die Bleikugeln der Feuerwaffen um Jahrtausende vorwegnahmen.

Für den nichtmilitärischen Einsatz hatte Blei eine sehr nützliche Eigenschaft: Bei Zimmertemperatur bearbeitet, wurde es nicht hart.

Blei ist derart weich, dass es für bestimmte Zwecke vielleicht ganz einfach durch Kauen in Form gebracht wurde, wie das noch vor relativ kurzer Zeit üblich war Wegen des niedrigen Schmelzpunktes wenig mehr als Grad Celsius war das vergleichsweise einfach.

Gegossene Figürchen aus Blei oder Bleilegierungen besitzen eine sehr lange Tradition, in neuerer Zeit gesellen sich die Spielzeugsoldaten hinzu, die für den Zeitvertreib herstellt werden wegen des Giftgehalts heute allerdings nicht mehr aus Blei. In alten Zeiten war Blei wegen seiner Vielseitigkeit für die unterschiedlichsten Zwecke geeignet, darunter auch für Alltagsgegenstände wie Teller und Becher. Angeblich ging das Römische Reich zugrunde, weil die Römer sich mit ihrer Gewohnheit, aus Bleibechern Wein zu trinken, selbst vergifteten.

Die Frage, warum das Römische Reich unterging, ist sicher von erheblich komplexerer Natur60, richtig ist aber, dass die Römer Blei 82 Kapitel 2 für die Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln benutzten. Vielleicht haben sie bis zum Schluss nicht erkannt, was sie da für einen Fehler machten. Viel schlauer als die Römer waren aber auch wir nicht, wenn man bedenkt, mit welcher Selbstverständlichkeit wir Blei als Benzinzusatz verwendet und dieses Blei über Jahrzehnte in die Umwelt geblasen haben.

Wir wissen, dass Zinnober schon vor 5. Reines Quecksilber war aber etwas ganz anderes. So faszinierend das Quecksilber war, so hatte man doch in der Antike kaum praktische Verwendung dafür.

Es wurde zur Schönheitspflege und als Medizin gebraucht, war aber, da es hochgiftig ist, für beide Bereiche natürlich völlig ungeeignet.

Im Wesentlichen wurde es als Reaktionsmittel in der Edelmetallverarbeitung eingesetzt. Durch Erhitzen des Amalgams war es daraufhin möglich, das Quecksilber verdampfen zu lassen und das Gold zurückzubehalten.

Zudem gab es die Möglichkeit, mit einem Gold-Quecksilber-Amalgam Metallgegenstände zu vergolden — eine Technik, die über Jahrtausende hinweg angewandt wurde. Heute macht man das nicht mehr, weil Quecksilberdampf extrem giftig ist. Wir können uns jedoch vorstellen, welches Schicksal zahlreiche Goldschmiede seit der Antike ereilte, die feuervergoldeten. Ihre Rechnung ging aber nicht auf. Alles, was sie erreichten, war, sich mit Quecksilberdämpfen zu vergiften.

Wir sind jetzt bei dem Metall angekommen, das unter all den Metallen, die in der Antike verwendet wurden, wohl das wichtigste ist: Eisen war dunkel gefärbt und rostete leicht.

Es sollte aber — bis heute — das am meisten gebrauchte Metall auf der ganzen Welt werden. Beginnend um die Mitte des 2. In diesen frühen Zeiten fand man metallisches Eisen vor allem in Meteoriten, in Reinform oder mit Nickel legiert.

Meteorite, obwohl keineswegs selten, waren allerdings schwer zu finden. Man konnte sie eigentlich nur entdecken, indem man Eisdecken oder auch Wüstengebiete, wo der Farbkontrast zwischen Meteorit und Eis beziehungsweise Sand leicht zu erkennen war, besonders genau unter die Lupe nahm. Meteorisches Eisen kam offenbar sehr selten vor und kostete sehr viel mehr als Bronze, so dass alte Überlieferungen Eisen wie ein Edelmetall beschreiben.

So blieb Eisen über Jahrhunderte ein seltenes Metall, das kaum für praktische Zwecke eingesetzt wurde. Möglicherweise erzwang die Unterbrechung des Zinnhandels in der Mittelmeerregion, die die Seevölker durch ihre Wanderung verursachten, den Wechsel von Bronze zu Eisen Eisenverhüttung beruht auf einem komplizierten Schmelzvorgang, der einen niedrigen Sauerstoffgehalt verlangt, um Eisen aus den Erzen reduktiv zu gewinnen.

Diese Bedingung konnte nur in geschlossenen Schmelzöfen geschaffen werden, wo Eisenoxide oder -sulfide mit Kohlenmonoxid reagierten, das durch die unvollständige Verbrennung von Holzkohle entstand, und metallisches Eisen und Kohlendioxid bildeten. Schwierig gestaltete sich die Luftzufuhr während des Brennvorgangs, da sie einerseits genügend hoch sein musste, um den Verbrennungsvorgang am Laufen zu halten, andererseits aber niedrig genug, damit das Eisen nicht oxidierte und der gesamte Kohlenstoff verbraucht wurde.

Sein Schmelzpunkt liegt erheblich höher und konnte in den mit Holzkohle beheizten Öfen der damaligen Zeit nicht erreicht werden. Beim Schmieden von reinem Eisen gibt es ein Problem, dass nämlich das Material, das entsteht, weich ist, weicher als kalt verarbeitete Bronze. Soll es scharf und als Klinge nutzbar sein, bedarf es einer Kohlenstoff-Eisen-Legierung, muss also Eisen in Stahl umgewandelt werden.

Die atomaren Eigenschaften von Stahl wurden erst im Jahrhundert unserer Epoche wirklich verstanden, doch wie klingenfähiger Stahl entsteht, fand man schon in alten Zeiten heraus: Es ist sehr schwierig, mit den Mitteln, die einem Schmied in früheren Zeiten zur Verfügung standen, Eisen mit Kohlenstoff zu versetzen.

Zur Reaktion kommt es nur bei hoher Temperatur. Wollte man für gleichbleibend hohe Temperaturen sorgen, gab es bei damaligen Öfen keinen anderen Weg, als das Feuer am Brennen zu halten. Dafür brauchte man aber Sauerstoff und dieser führte tendenziell dazu, dass der ganze Kohlenstoff, den der Schmied in mühevoller Arbeit dem Eisen zuzusetzen versuchte, verbrannte.

Sie war ein gutes Schneidewerkzeug, solange man sie nicht zu sehr beanspruchte. In der Schlacht jedoch konnte ein frühgeschichtliches Schwert seine scharfe Schneide leicht verlieren und sich verbiegen. Mit Hilfe des Knies und eines Gebetes musste es dann wieder geradegebogen werden.

Daher kommt es, dass alte Schwerter normalerweise so dick und so schwer sind. Die Geschichte des Stahls umspannt also Jahrtausende. Die Existenz solcher Legenden gibt jedoch ein Bild davon, welche Schwierigkeiten ein Schmied bei der Herstellung von Stahl zu überwinden hatte.

Noch im Mittelalter fehlten in Europa entsprechend leistungsfähige Techniken, obwohl es solche im Mittleren Osten und in Asien durchaus gab. Nicht zufällig standen die Damaszenerschwerter so hoch im Kurs. Die Römer schufen eine kriegerische Der geplünderte Planet: Die Tatsache, dass Römer normalerweise keinen Bart trugen, war zum Teil der Mode geschuldet, zugleich aber auch eine Botschaft, was ihre technischen Fähigkeiten in puncto Stahlherstellung betraf.

Gut rasiert zu sein, war bei den Römern gleichbedeutend mit einer Warnung an die Feinde: Wir haben scharfe Klingen! Als Europa die Schwelle zum Mittelalter überschritt, waren seine Bodenschätze, vor allem Gold und Silber, stark dezimiert, aufgebraucht durch die Bedürfnisse vorangegangener Epochen. Das Mittelalter war aber auch ein Zeitalter technischer Innovation. Der Einsatz von Schwarzpulver erleichterte es erheblich, Gestein zu zertrümmern und Tunnel zu graben.

In dieser Zeit nahmen Bergwerke allmählich das Aussehen an, das wir normalerweise mit ihnen verbinden: Die neue Technik machte es möglich, alte Bergwerke zu reaktivieren und erneut mit der Produktion mineralischer Güter zu beginnen. Sie läutete nicht nur das Ende des Mittelalters ein, sondern behob auch den Mangel an Bodenschätzen in Europa, vor allem was Edelmetalle betraf.

Für lange Zeit diente der amerikanische Kontinent als Bezugsquelle für Edelmetalle. Auch die Entdeckung neuer Elemente und neuer, vorher noch nie erschlossener Ressourcen brachte der Wirtschaft einen frischen Zufluss an Bodenschätzen.

Jahrhundert kam es in der Chemie zu einer wahren Lawine an Entdeckungen. Einige davon befassten sich auch mit der Identifizierung und Abscheidung neuer Metalle. Die Liste der sieben in der Antike bekannten Metalle erweiterte sich um weitere Auch einige Nichtmetalle wurden im Jahrhundert isoliert, darunter Wasserstoff, Sauerstoff, Chlor und Phosphor.

Jahrhundert verlagerte sich auf die Identifizierung instabiler radioaktiver Elemente. Jahrhundert sind wir immer noch mit dem Versuch beschäftigt, den Bereich der bekannten Elemente um extrem instabile Isotope mit Halbwertszeiten von Bruchteilen von Millisekunden zu erweitern.

Um die Mitte des Jahrhunderts waren die meisten Elemente des Periodensystems bekannt. Alles begann mit der Kohle. Jahrhunderts, insbesondere in England und Frankreich. Nachdem es gelang, Steinkohle zu verkoken, konnte sie die Holzkohle in der Eisenproduktion ersetzen, und zwar zu einem erheblich günstigeren Preis. Jetzt konnte man aus Eisen alltägliche Gebrauchsgegenstände machen, wie Töpfe und Pfannen, und nicht nur das.

Jahrhundert war die Zeit der eisernen Säulen, mit kunstvollen eisernen Kapitellen, die den Marmorkapitellen der alten griechischen Tempel nachempfunden waren.

Auch Stahl wurde zum Der geplünderte Planet: Kohle machte nicht nur das Eisen billig, sie leistete noch viel mehr. Sie lieferte die Energie für die Dampfmaschine. Die ersten Maschinen dieser Art wurden eingesetzt, um Wasser aus den Kohlenbergwerken zu pumpen. Sie waren ziemlich ineffizient, aber das spielte keine Rolle. Kohle war billig und reichlich vorhanden. Mit Hilfe dieser Pumpen konnte man immer mehr Kohle gewinnen; immer mehr Kohle lieferte Energie für weitere Pumpen, und dies wiederum führte zu einer weiteren Steigerung des Kohlenabbaus.

Mit der Zeit wurde die Dampfmaschine so leistungsfähig, dass sie Schiffe und Lokomotiven antreiben und auch Fabriken mit Energie versorgen konnte. Sie ist die materielle Energie des Landes — die allgegenwärtige Hilfe — der wesentliche Faktor in allem, was wir tun. Mit Kohle wird fast jede Leistung möglich oder leicht gemacht; ohne sie werden wir in die mühevolle Armut früherer Zeiten zurückgeworfen.

Die Idee griff rasch auf andere Länder über. Und die Französische Revolution von ergab sich aus der Notwendigkeit, die alte grundbesitzende Aristokratie loszuwerden und Platz zu schaffen für eine neue, Kohle basierte Wirtschaft. Auch Deutschland trieb den nationalen Bergbau voran, und langsam breitete sich die Revolution Richtung Osteuropa aus, nach Polen und Russland.

Die europäischen Weltreiche waren durch die Kohle erschaffen worden, sie gingen auch zusammen mit ihr unter. Heute ist Kohle die weltweit am 88 Kapitel 2 schnellsten wachsende Energiequelle. Davon abgesehen war es der Kohle bestimmt, an Bedeutung zu verlieren, weil ein neuer Mineralrohstoff auf der Bildfläche erschien: Die moderne Geschichte des Erdöls beginnt um die Mitte des Es war ein sehr bescheidener Anfang.

Zu jener Zeit bezogen fast alle Bereiche ihre Energie von der Kohle, aber eben nur fast alle. Eine Marktnische konnte die Kohle nicht besetzen: So herrschten bei der Innenbeleuchtung der Häuser im Jahrhundert nach wie vor mit Pflanzenöl oder Tierfett betriebene Öllampen vor, eine uralte Technik, die die Menschheit durch Jahrtausende begleitet hatte.

In der Mitte des Jahrhunderts wurde ein Verfahren entwickelt, welches rohes Erdöl in Petroleum umwandelte. Damit war ein neuer Brennstoff für Öllampen geschaffen. Das war im Jahr , in seiner Heimatstadt Titusville, Pennsylvania. In einer Tiefe von 20 Metern wurde er fündig.

Und so begann eine Geschichte, die auch heute noch nicht zu Ende ist. Wie so oft, wenn etwas billig zu haben ist, finden sich neue Anwendungsmöglichkeiten, so auch in diesem Fall. Es handelte sich um eine Flüssigkeit, die zu entzündlich und zu flüchtig war, um für Lampen Verwendung zu finden.

Also verkaufte man sie als billigen Fleckentferner für Kleidungsstücke. Um das Ende des Motoren dieser Art hatte es schon eine ganze Weile gegeben, mangels passenden Treibstoffs war ihr praktischer Gebrauch jedoch limitiert. Mit dem Benzin wurde alles anders. Jahrhundert schuf weitere Verwendungsmöglichkeiten für Erdöl. Reifengummi war zum Beispiel ein wachsender Markt. Zunächst wurde Gummi nur aus natür- Der geplünderte Planet: Die wachsende Zahl von Fahrzeugen löste jedoch einen Ansturm auf Kautschuk aus.

Erneut kam das Erdöl zu Hilfe. Seit den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts wurden Verfahren zur Herstellung von synthetischem Gummi aus Öl mehr und mehr gebräuchlich und verdrängten allmählich den Naturgummi. Autos und Lastwagen, wohin das Auge blickt. Erdöl ermöglichte auch noch andere Transporttechniken. Das war die erste Etappe in der schrittweisen Entwicklung der Luftfahrt, die bis heute nur dank der hohen Leistungsdichte des aus Erdöl gewonnenen Kraftstoffs aufrechterhalten werden kann.

Zu Beginn des In den er Jahren überflügelte Erdöl die Kohle und übernahm die Rolle als tragende Energiequelle für die Wirtschaft. In der westlichen Welt stand auf einmal in jeder Garage ein Auto, in jeder Küche ein Kühlschrank und in jedem Wohnzimmer ein Fernsehgerät. Jedermann fuhr in den Sommerurlaub. Autos wurden mit Heckflossen ausgestattet, so dass sie wie kleine Raumschiffe aussahen.

Sie waren nicht allein zum Fahren da. Sie sind, wenn man so will, die Söhne und Töchter des Erdöls.

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Die Landpflanzen waren aber immer sehr effiziente Bergarbeiter.

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